Skaftafell Part IV
Früh ging es los. Halb 8 klingelte der Wecker und ab zum Frühstück. Die beiden Spanier waren wieder gut gelaunt da und so hatten wir wieder ein gutes Frühstück - aber so früh morgens ist es ganz schön voll beim Essen, also morgen lieber wieder später kommen.
Dann machten wir uns auf die Fahrt, die Dank Christians angepasster Geschwindigkeit nur knapp eine Stunde dauerte. Aber obwohl es am Horizont schon hell wurde, sind einige mit Fernlicht gefahren und meinten auch nicht dass es notwendig ist abzublenden. Kurz nach 10 Uhr waren wir am Treffpunkt für unsere 5 Stunden Gletschertour. Die Gruppe sollte 6 Leute groß werden, also eine schöne Größe. Moni hat mit unserer Guide Ana noch gesprochen welche Jacke und wie viele Schichten sie anziehen sollte. Entscheidung wurde dann getroffen: die dünne Jacke.
Dann hieß es warten. Ein Paar kam ziemlich zu spät. Man sollte 20 Minuten vorher da sein, und sie kamen sogar für die Startzeit 10:30 Uhr zu spät. Ana war auch nicht begeistert, vor allem da sie nach Ankunft noch auf Toilette wollten, dann noch mal zum Auto und sich nicht mal entschuldigt haben - Italiener…
Nun dann ging es mit Verspätung endlich los, 10 Minuten mit dem Bus in den Vatnajökull Nationalpark. Vom Parkplatz ging es erst mal einen Kilometer zu Fuß Richtung Gletscherzunge. Wir lernten, dass der Vatnajökull 20 Gletscherzungen hat, und wir eben nun auf einer davon wandern werden.
Die Moräne hochgelaufen und dann die Crampons angezogen. Dort kamen uns schon einige Gruppen entgegen, die die kurzen und frühen Touren gemacht hatten. Wir waren nun kurz vor dem Sonnenaufgang. Da wir die 5 Stunden Tour hatten, zeigte sie uns kurz bis wohin wir ungefähr laufen werden - auf die Gletscherkuppel hoch natürlich nicht. Hier meinte sie wären wir wohl gute 10 Stunden unterwegs und nicht erfahren genug im Umgang mit Gletscherspalten. Nun gut, los ging’s mit ein paar Übungen im Laufen mit Crampons. Monis Knie fand das jetzt noch toll, hoffentlich wird’s nicht so steil dass sie wirklich die Crampons tief ins Eis hauen muss. Nun erlebten wir aber auch den Vorteil, dass kein Schnee liegt: wir liefen über das richtige Gletschereis ohne Schneedecke und konnten die Struktur, die Einschlüsse und die Formen somit besser sehen. Sehr cool!
So ging es schrittweise höher, an kleinen Spalten vorbei und immer unserer Guide folgend. An einer Stelle hat sie dann ein Seil befestigt an das wir uns hängen und daran in eine Schlucht hineinschauen konnten. Eine gute Sache! Und über allem schien mittlerweile die Sonne - ein herrlicher Tag mit ca. -4 Grad und kaum Wind.
Mit den Amis in unserer Gruppe haben wir uns auch gut verstanden und paar Bilder gemacht. Kurz vor dem höchsten Teil unserer Tour haben wir dann noch ein kleines (dreckiges) Schneefeld gefunden. Ana hatte recht, darauf zu laufen ist viel einfacher als auf dem Eis, aber wie gesagt die Eindrücke auf dem Eis sind auch besser. Also waren wir zufrieden wie es ist. Es war nun auch schon nach 13 Uhr und so haben wir in der Sonne eine kleine Mittagspause gemacht, in der jeder seine mitgebrachten Snacks essen konnte - oder wie Christian weiter Fotos machen.
Dann ging’s langsam wieder nach unten - aber in einem anderen Bogen als hinauf. An anderen Felsspalten vorbei, durch kleine Schluchten durch die wir durchgehen konnten - rechts und links von uns Eis. Hier hat sie uns auch erklärt, dann man darin die Luftblasen sieht die alle in einer festen Struktur sind. Man konnte ein paar Einschlüsse mit Asche von Vulkanausbrüchen sehen. Je tiefer die Eisschicht desto blauer wurde das Eis. Ein paar Fotos später waren wir auch wieder „oben“. Aber da wir durch noch eine Schlucht wollten hat sie uns durch eine tiefere und schmalere geführt. Wir waren nun wieder im Bereich der kürzeren Touren und größeren Gruppen und waren super froh, uns für die lange entscheiden zu haben.
Die Sonne war nun auch wieder fast bereit unter zu gehen, da niemand etwas vor hatte, hatte Ana die Tour etwas ausgedehnt und uns mehr Zeit gegeben und mehr gemacht. Dann ging es aber doch wieder richtig Anfang. Wir zogen die Crampons aus und liefen die Moräne runter und zurück zum Bus. Immer wieder umgedreht und gesehen, wie die Sonne nun den Gletscher verfärbt. Auch schön, aber jetzt noch eine Tour starten wie die vielen Touristen die uns entgegengekommen sind - auch nicht so schön, denn die Sonne war nun nicht mehr hoch genug um das Eis zu beleuchten. Der Himmel färbte sich dann in einen wunderschönen Sonnenuntergang und wir waren zurück am Treffpunkt.
Dort gab es Kaffee und (leider keine gute) heiße Schoki. Alles gepackt und ausgezogen und dann ging es für uns ab nach Hause. Noch eine Cola für Christian an der Tanke gekauft für den NFL Abend heute ab 18 Uhr. Viertel nach 5 sind wir heimgekommen, duschen, NFL und heute sollte es noch mal ins Restaurant im Hotel gehen.
Kaum geduscht ging es auch schon los. Es gab wieder die gleiche „soup of the day“ und leider auch „Fish of the day“. Die Suppe haben wir genommen, aber im Hauptgang wollten wir was anderes. Moni hat das Lamm genommen, Christian Beef Bourgignon. Leider kam Monis Lamm mit Beilagen kalt an, sodass sie es doch reklamierte. Christian hatte sich daraus - beschwipst durch den Wein den wir uns heute gönnten - einen Spaß gemacht. Dann kam Monis Lamm wieder, und die Ankündigung wir bekommen einen Nachtisch als Entschuldigung. Wir waren allerdings schon recht satt, und ja der Wein zeigte nach dem anstrengenden Tag auf dem Gletscher doch seine Wirkung. Ohne dass wir dann noch bestellt hatten, kam sofort nach dem Abräumen des Hauptgerichtes der Nachtisch. Und zwar für uns beide einer! Der Schokobrownie mit weichem Kern, Eis und Beeren. Da waren wir platt, mit einem hatten wir gerechnet, nicht mit zweien. Aber cool, das war auch sehr lecker. Völlig satt und müde sind wir dann 20 Uhr wieder aufs Zimmer und Christian konnte NFL weiter sehen. Insofern war es auch eine Entschuldigung an ihn, dass er so spät wieder zurück kam.
Während schon grob gepackt und weiter NfL geschaut wurde, verirrte sich doch ab und zu ein Blick nach draußen. Gegen 22:30 Uhr gab es dann auch was zu sehen. Obwohl keiner von uns Lust hatte, war es die letzte Chance auf Nordlichter. Also fix angezogen und ab zu Canyon. Dort haben wir außerhalb der parkten das Auto abgestellt und sind zum Canyon vor gelaufen. Am Fotospot angekommen zogen immer mehr Wolke zusammen. Wir konnten aber noch ein paar Nordlichter bzw. einen Bogen über den Canyon für ein paar Bildern erwischen. Dann haben der helle Mond und die Wolken den Rest der Sicht verhindert.
Also Retour zum Auto und ab ins Hotel. Gegen Mitternacht waren wir dann pünktlich für die letzten Minuten im 4. Quarter für NFL Red Zone zurück.
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