Phnom Penh - Killing Field & Toul Sleng Genovide Museum
Heute früh ging der Wecker 6:15 Uhr. Rechtzeitig dass wir bis zur Abholung von unserer Tour kurz nach 8 Uhr fertig wurden. Das Frühstück war nicht so gut wie im anderen Hotel aber auch ausreichend. Nur die Waffeln für Christian hatten so lange gedauert, dass er sich eingepackt und nicht mehr gegessen hat.
Dieses Mal waren wir nicht die einzigen Gäste auf der Tour - es waren 15. Unser Guide begrüßte erst einmal alle und erzählte dass die Tickets für das Killing Field und das Museum S-21 nicht inklusive sind. Soweit nichts Neues für uns, aber dass man nur bar zahlen kann schon. Als er den Preis nannte merkten wir uns fehlt genau 1$. Toll. Also hat der Bus für uns noch mal am 7/11 gehalten und wir Geld abgehoben. Erst einmal fuhren dann wir zum Killing Field gute 30 Minuten aus der Stadt raus. Währenddessen erzählte er uns schon einmal von der Geschichte des Landes ab der Unabhängigkeit von Frankreich und der Entstehung der Roten Khmer unter Anführer Pul Pot. Es klang schon grausam was er erzählte, was die Roten Khmer ihrem eigenen Volk angetan haben. Folter in Gefängnissen um Geständnisse zu bekommen, dass sie Spione sind (um sie danach zu ermorden) oder auch wie sie es körperlich ausmergelten für die Arbeiten auf dem Feld. Von damals ca. 8 Millionen Einwohnern wurden gut 2,5 Millionen ermordet.
Sobald auch nur einer in der Familie der Spionage verdächtigt wurde, wurde die gesamte Familie inklusive kleiner Kinder mit eingesperrt und ermordet.
Am Killing Field angekommen, erst mal Eintritt bezahlt und dann hat er uns zu einem Gedenkturm geführt, in dem einige Gebeine und Köpfe der ermordeten als Denkmal aufbewahrt werden. Danach ging es weiter zu den Massengräbern und z.B. dem Baum, von dem aus laut Musik angemacht wurde, damit die, die auf ihre Ermordung warteten, nicht die Schreie der gerade ermordeten hörten. Aus Geldmangel wurden die Gefangenen nicht erschossen, sondern z.B. mit einer Akt oder Beil geköpft. Jeder einzeln. Kinder hingegen wurden gegen einen Baum weiter vorne, an den Füßen gehalten, mit dem Kopf voraus gegen geschlagen bis sie tot waren. Einfach nur grausam. Wir bekamen dann noch 20 Minuten um selbst die Informationstafeln zu lesen bis wir vor dem Gelände auf einen Überlebenden trafen. Dieser sitzt dort und verkauft Bücher.
Weiter ging es nun wieder in die Stadt zurück zum Museum S-21, dem Gefängnis. Früher war dies eine Schule bevor sie von den Roten Khmer umfunktioniert wurde. Es gab hier eine Unterteilung in VIP Zellen und normale Zellen - die Folter war die gleiche. Aus diesem Gefängnis kamen nur 11 Leute - 7 Männer und 4 Kinder lebend raus, als die Befreiung durch die Vietnamesen kam. Die Herrschaft der Roten Khmer endete am 7.1.1979 - Aber wie uns unser Guide auf der Rückfahrt weiter erzählte, kam es zu weiterer Unterstützung der Roten Khmer, auch Pul Pot wurde nicht gefasst, da von den Chinesen unterstützt. Durch diverse Stellvertreter Kriege ging es im Land bis 1999 turbulent weiter. Erst mit Tod Pul Pots und der damit starteten Prozesse gegen 5(!) Verbrecher des Regimes und damit kam das Land 2000 zur Ruhe. Damit leben die Kambodianer erst seit ca. 25 Jahren wirklich in Frieden.
Im Museum gingen wir nun von Haus zu Haus um etwas über die Kinderarbeit zu lesen, aber auch viele Bilder von Inhaftierten zu sehen. Ebenfalls gingen wir durch den zellentrakt und sahen die teils gemauerten Einzelzellen, teils die mehr gefürchteten Holzzellen. Diese waren einfach in die alten Klassenzimmer gebaut worden, nur ohne Türen. Die Häftlinge waren an einer Fußkette angeleint und hatten eine Art kleinen Koffer für ihr Geschäft. Das wars, kein Bett - nichts. Sie mussten auf dem Fliessenboden schlafen.
In der VIP Zelle gab es zumindest ein Bett und man hatte ein Klassenzimmer für sich alleine. Auch hier saßen vor den Gebäuden 2 der sieben überlebenden. Einer bereits 95 Jahre alt und verkauften ihre Bücher in verschiedenen Sprachen über das Erlebte. Auch hier haben wir noch etwas Zeit bekommen, um uns in den Häusern mit Bildern und Beschreibungen umzusehen. Schon wirklich unerträglich, was sich Menschen antuen können. Und für uns noch mehr, dass alle Täter nie angeklagt oder verurteilt wurden. Die weniger Überlebenden stehen im Vordergrund, aber alle Täter leben frei, bis auf die, die vom Regime vor dem Sturz ermordet wurden.
Nach diesen Eindrücken war die Tour vorbei und wir wurden zum Hotel zurückgebracht. Wir hatten late checkout vereinbart und sind erstmal direkt in den 7. Stock zum Mittagessen gefahren. Dort gab es günstige Menüs und Moni bekam gebratenen Reis und Christian zum Abschluss nochmal Fish Amok. Anschließend ging es aufs Zimmer, wo wir uns frisch gemacht und die Koffer für den Flug gepackt haben. Noch fix den checkout vollzogen und mit dem Grab zum Flughafen. Es waren nur 9km, aber bei dem Verkehr waren es doch 50 Minuten Fahrt. Wir waren noch ein wenig früh dran und mussten noch warten, bis wir einchecken konnten. Der Rest lief reibungslos und wir hatten nochmal Gelegenheit einen Kaffee zu trinken, bis dann gegen 18:30 Uhr endlich das Baording began.
Wir sind etwas spät los, aber vor der geplanten Zeit gelandet. Der Flug war mit einem Film gut eingebracht und es gab auch Abendessen. Mal abgesehen davon, dass wir doch erstaunlich lange auf unser Gepäck warten mussten, verlief alles reibungslos bis ins Hotel. Gegen 23:30 Uhr gingen dann die Lichter aus.
Morgen geht’s Richtung Heimat …

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