Alles auf eine Karte
Christian ist kurz vor Mitternacht noch einmal raus um die Milchstraße über der römischen Brücke zu Fotografieren. Doch leider ist die Beleuchtung zu hell. Gegen 5 Uhr hat er dann wieder aus dem Fenster geschaut, aber da war leider bewölkt und so brauchte er nicht raus, um die Planeten Konstellation zu fotografieren.
„Alles auf eine Karte“ - was bleibt uns auch anderes übrig - es geht um die Sonnenfinsternis. Die Wolken Vorhersage für die Lagos ist besser als die letzten Tage, aber wir haben uns für Riaño entschieden. So ging es erst mal wieder gemütlich frühstücken, kleiner Einkauf im Supermarkt für Wasser und Essen und dann die Rucksäcke gepackt. Auf der Fahrt haben wir noch die Bustickets storniert. So langsam kam auch die Sonne raus - in Cangas de Onis war es noch bis zur Abfahrt bewölkt.
Die Strecke war frei und hat sich wegen der vielen Kurven gezogen. Die Parkplätze entlang der Stecke waren teilweise komplett voll, was auf deutlich mehr Leute hindeutete. Die Anspannung war ein wenig vorhanden. Als wir in Riaño angekommen sind, haben wir direkt auf dem gleichen Parkplatz wie gestern einen Slot bekommen. Dieser war 5 Minuten zu Fuß unterhalb vom Campingplatz und 10 Minuten vom Fotospot entfernt. Wir waren beide erleichtert, da noch kaum Leute am Spot zu sehen waren. Christian wollte die Perspektive mit dem anderen Objektiv testen und deshalb sind wir erstmal zu Spot. Das Ergebnis: Es wird das Weitwinkel.
Da wir noch seeeeeehhhhr viel Zeit hatten, sind wir in die Stadt gelaufen und haben dort ein Restaurant gesucht. Dieses war schnell gefunden. Es gab wieder Pulpo in verschiedenen Varianten und eine Fischcreme. Essen war gut, aber wir hatten schon deutlich leckerer gegessen. Anschließend haben wir uns auf den Weg zum Auto gemacht. Manchmal war eine Wolke vor der Sonne, was es angenehm machte, meist aber einfach nur Hitze. Das Auto war gut aufgeheizt und wir haben grob die Rucksäcke umgepackt - Best case müssen wir nicht mehr ans Auto vor der Eclipse.
Anschließend sind wir Richtung Campingplatz los. Dort gab es zeitlich etwas gestreckt Kaffee, Cola und Eis. Weiterhin war noch viel Zeit. Es war gegen 16 Uhr erst - wir wollten einfach sicher und pünktlich da sein. Nachdem wir dann doch fertig getrunken und gegessen haben, sind wir Richtung Spot los. Zum Glück waren noch nicht zu viel mehr Leute dort, die sich ihren Spot gesichert haben. Erst wollten wir noch ein bisschen spazieren gehen, aber dieser Weg wurde für eine gebuchte Fototour genutzt, sodass ständig Autos die Straße lang fuhren und der Staub das atmen und angenehm machte. Also doch kein Spaziergang, sondern Platzsuche am Spot und Decke auf dem Gras, den Sträuchern und Stachel-Pflanzen ausgebreitet. Schnell war klar, dadurch geht die Decke kaputt. Aber ok, besser als die Kleidung und unsere Haut. Es war einfach nur super heiß, viel pralle Sonne - kein Schatten, kaum Wind. So saßen wir knapp 2 Stunden. Nur langsam wurde es voller, und natürlich kamen auch einige, die sich genau ins Kamera Motiv setzen wollten. Einige Fotografen neben uns haben eine Zeit lang versucht, diese Leute Weg zu scheuchen, aber es half nichts. Die Leute haben kein Verständnis von Bild Komposition. Dann zogen langsam mehr und mehr Wolken auf. Ein Teil der Gruppe der Foto Tour fuhr Weg - anscheinend trauten sie dem Wetter nicht. Einer der Fotografen neben uns erzählte, dass sie gestern schon da waren und da sah es ähnlich aus, aber pünktlich für 20:30 Uhr war es aufgeklart. Also mal sehen und Ruhe bewahren.
Dann ging es langsam los, 19:30 Uhr startete die partielle Finsternis, bei uns verspätet weil die Wolken einiges verdeckten. Aber Dank Applaus des Publikums wussten wir, wann wir die Brillen wieder aufsetzen mussten - wann also etwas zu sehen war. So konnten wir abwechselnd von Wolken verdeckt, teilweise gut sichtbar das vorschieben des Mondes vor die Sonne beobachten. So vergingen 10 Minuten um 10 Minuten und die dicke Wolke bliebt kontinuierlich da. Ob es wohl klappt?
Dann aber wurde die Sichel kleiner und kleiner und Schlussendlich die Korona zu sehen! Ganz leicht von Wolken behindert - aber im großen und ganzen war es gut zu sehen! In den ca. 1,5 Minuten der totalen Finsternis war eine gewisse Hektik zum machen von Fotos, Selfie, und andere Fotos und vielleicht noch kurz genießen… und dann war es schon wieder vorbei. Die Sichel wurde wieder größer und der Mond gab wieder mehr Blick auf die Sonne frei. Wir blieben sitzen, und beobachteten das Spiel bis die Sonne hinter dem Berg verschwand.
Dann packten wir zusammen und sind zurück zum Campingplatz gegangen um dort Patatas Bravas und Rabas zu essen. Die Patatas Bravas waren dann im Endeffekt Pommes mit der speziellen „Bravas“ Soße. Naja. Danach ging es zum Auto und wir haben noch etwas Podcast gehört, um die Zeit bis zum auftauchen der Milchstraße und der Perseiden zu überbrücken. Zwanzig vor 11 war es uns dann aber zu langweilig und wir sind schon wieder hoch zum Aussichtspunkt gelaufen. Oh man - so viele Leute mit Licht. Es war so anstrengend und nervig - und dann hatte jemand noch in die Schaukel - die Christian als Motiv haben wollte - eine Hängematte gehängt und war dort am quatschen und Regelmäßig Licht an… wofür gehen die Leute eigentlich raus?
Moni legte sich dann auch eine Bank und schaute den Sternschnuppen zu. Ein paar richtig schöne und kräftige mit langem Schweif waren dabei. Dann änderten wir noch mal die Location - und wurden erst mal von Hunden angebellt die auf uns zuliefen. Toll. Dann sind sie aber zum Glück gegangen und wir konnten uns besser bewegen.
Halb 1 und ein paar Bilder später sind wir zum Auto zurück und dann mit Müdigkeit nach Hause gefahren - gegen 2 Uhr Nachts sind wir dann angekommen - Parkplatz suche ole! Dann aber wohl den letzten noch bekommen und bei leichtem Regen ins Hotel. Duschen und Gute Nacht.
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